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Сен-Лоран
в дневниках Хоровой студии

19 декабря 2011 (понедельник)
Über Frankreich mit Liebe
Der Konzertchor gab das zweite Konzert in Frankreich in der Stadt Winzenheim

Es sind in der ganzen Welt solche Begriffe wie deutsche Pünktlichkeit, englische Prüderie, italienisches Temperament bekannt. Man hält Frankreich für ein raffiniertes Land mit dem schönen und feinen Geschmack. Heute wurde zu unserer Vorstellung über Frankreich noch der russische Schwung hinzugefügt.

Den ganzen Morgen verbrachten wir in Bühl, gespannt auf ein bevorstehendes Treffen mit dem Knabenchor aus der Stadt Colmar. Unsere Kinder haben im vorraus die Souvenirs für ihre französischen Freunde vorbereitet. Wie schon von uns in unseren Tagebüchern erwähnt wurde, war der Chor aus Colmar in unserer Stadt zu Besuch und hat dem Petersburger Publikum ein schönes Konzert geschenkt. Heute wollten wir uns dafür revanchieren.

Unsere Probe war in vollem Gange, als der Knabenchor aus Colmar ganz leise und unbemerkt in den Kirchensaal San Lorenzo eintrat und uns gleich mit ihrer Disziplin und Organisation überraschte. Als wir uns einem reibungslosen und harmonisch abgestimmten Gesang des Chors auf seiner Probe anhörten, verstanden wir, dass es nicht leicht sein wird, uns zu revanchieren. Für unsere Knaben waren die Übungen des Chors während seiner Probe ungewohnt und erstaunlich: Massieren der Hände, des Gesichts und der Ohrläppchen. Später erklärte Wadim Alexandrowitsch, dass all das auf eine physikalische Befreiung ausgerichtet war, weil die absolute Freiheit als eine Voraussetzung für das gute Singen gilt. Unsere Knaben versuchten, alle von den französischen Kindern gezeigten Übungen fleißig nachzuahmen, danach waren sie aber ganz im Gegenteil irgendwie gelähmt. Jeder Dirigent hat seine eigenen Methoden und Taktiken zum Erreichen des Zieles. Schließlich ist doch das Ergebnis wichtig und nicht die Methode.

Der Chor aus der Stadt Colmar hat uns die höchste gesangliche und darstellerische Meisterschaft gezeigt. Man sollte diesem Vorbild folgen. Uns halfen dabei die schöne Akustik in der Kirche San Lorenz sowie ein emotionales französisches Publikum. Das Konzert wurde mit dem Lied "Tebe pojem" ("Wir singen für dich") beendet, das von dem vereinigten Chor Frankreichs und Russlands gesungen wurde.

Am späteren Abend wurde ein schönes Abendessen für unseren Chor bereitgestellt. Das Abendbrot organisierten die Eltern der französischen Kinder, welche in diesem Sommer in unseren Familien zu Gast waren. Es gab Essen ohne Ende. Viele haben heute gesehen, was das Wort „Füllhorn“ bedeutet. Den Hauptgerichten folgten die Desserts, danach jene leckeren französischen Käsesorten und eine unglaubliche Menge vom verschiedenartigem Gebäck, sowie noch Pudding, Joghurt, Kekse und Charlotten, Cremetörtchen und ein zart schmelzendes Tiramisu. Es schien uns, man könnte nicht aufhören. Es gab vom Naschwerk so viel, dass drei volle Kartons Köstlichkeiten exklusiv mit uns im Bus nach Bühl fuhren. Außerdem wurde jeder Knabe und jeder Erwachsene zu Weihnachten beschenkt!

Ehrlich gesagt, konnten wir uns so einen großen Schwung, soviel Gastfreundschaft und Freigebigkeit gar nicht vorstellen. Die Hauptrolle in solcher brillanten Empfangsorganisation gehört zweifellos unserer neuen und schon sehr nah stehenden Freundin Fabina. Für das nächste Jahr hat Fabina für uns ein paar Konzerte organisiert.

Nach der Ankunft in Bühl verstärkten wir unsere Küche mit französischer Freigebigkeit.

Es sollte für die letzten 3 Tage reichen. Merci beaucoup!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Deutsche Version: Übersetzungsbüro «Flarus»