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Бавария
в дневниках Хоровой студии

13 декабря 2011 (вторник)
Bayern
Der Konzertchor reiste nach Bayern und gab ein Solokonzert in Schönberg

In Kasernen läuft alles streng nach Dienstvorschriften. Das betrifft nicht nur die Soldaten, bei uns es ist genauso. Dienst ist Dienst. Über die Befehle diskutiert man nicht. Darum gähnten wir schon um 9 Uhr morgens in einer Stadtkirche in Hardheim und bereiteten uns zur Morgenandacht vor. Das ist eine alljährliche Tradition, mit deren wir auch in diesem Jahr nicht brechen wollten. Solche Gottesdienste werden für die Bundeswehrsoldaten regelmäßig durchgeführt, deren in der Regel das ganze Bataillon beiwohnt. Heute gab es aber nicht viele Zuhörer, weil es nur das Offizierskorps anwesend war. Sonst lief alles wie immer ab: zum Schluss – traditioneller Glühwein, Weihnachtsbrezeln und Pizza. Der Mann in Generalsuniform bedankte sich bei uns für ein das Einhalten der alten Traditionen und lud uns für das nächste Jahr wieder in die Bundeswehrkaserne ein. Nun hatten wir es eilig nach Bayern zu kommen , in die Stadt Nürnberg. Das Programm unseres zweitägigen Aufenthalts in dieser Stadt wurde von Elena Heuser vorbereitet. Sie ist die Mutter eines der besten Zöglinge unseres Studios, welcher mit seiner Familie nach Deutschland auswanderte und zurzeit im Windsbacher Knabenchor singt.

Unterwegs haben wir festgestellt, dass sogar ein Aufenthalt von einem Tag in den Kasernen für die Knaben nicht nutzlos war. Sie konnten ein Geheimalphabet "der Nordatlantischen Allianz" aufschnappen und direkt im Bus wiedergeben, die Symbole aus dem Kopf. (Hallo NATO!)

Bayern ist dafür bekannt, dass hier 360 Tage im Jahr die Sonne scheint. Es kann sein, dass wir an einem der fünf übrigen Tage ankamen, weil es trüb und nass war, am Abend wehte sogar der Wind. Ungeachtet dessen machten wir eine Führung durch die Stadtfestung. Nicht nur die Knaben sondern auch wir Erwachsene, waren über die grandiose Anlage und deren Geschichte erstaunt.

Im XV Jahrhundert bot der italienische Architekt Fazuni der Stadtverwaltung von Nürnberg an, eine uneinnehmbare Festung zu bauen. Das angebotene Projekt war beeindruckend, Fazuni ging an die Arbeit und verfasste einen ausführlichen Vorkostenanschlag. Die Bauarbeiten dauerten ca.12 Jahren und die ganze Stadt nahm daran teil.

Nachdem die Festung fertig gestellt wurde, war sie tatsächlich uneinnehmbar. Alles wurde hier durchgedacht, auch die Kleinigkeiten: die Neigung der Burgmauer und ihre Breite, spezielle Lage der Schießscharten, trockene Graben, schiefe Brücke, die wegen ihrer Beugung keinen Toreinbruch mit einem 30 Meter lang Stamm ermöglichte, und vieles, vieles andere…

Im Laufe von 5 Jahrhunderten wurden alle Angriffe des Feindes von der Festung zurückgeschlagen und sie war nicht einmal besetzt worden. Der Fazunis Projekt war genial. In ihm wurde absolut alles berücksichtigt, außer … dem Zeitlauf. Während des 2.Weltkrieges war die Festung wegen ihrer Breite und der 5 km langen Burgmauer ein perfekter Orientierungspunkt für die Luftstreitkräfte Englands und Frankreichs. Von oben war sie bei jedem Wetter sichtbar, sowohl bei Tag als auch in der Nacht, darum hatte Nürnberg keine Chancen, heil zu bleiben, fast die ganze Stadt war zerstört.

Heute aßen wir zu Mittag in einem Restaurant mit Spezialitäten aus der Fränkischen Küche, (. Die Portionen waren so groß, dass ein Achtel vollkommen gereicht hätte, um sich für eine Woche satt zu essen.

Und es wäre an diesem Tag auch alles schön gewesen, hätte ein – auf den ersten Blick harmloses Ereignis das Abendkonzert nicht fast zum scheitern gebracht: Im ersten Teil des Konzerts versuchte die sechs Monate alte Tochter einer Zuhörerin mitzusingen. Sie heulte so laut und so atonal, dass wir schon im Begriff waren, von der Bühne abzutreten. Die Zuhörer schienen dazu auch bereit zu sein. Sie hat das Solo in Werken von Christow, Lwow und Giulio Caccini mitgesungen und versuchte auch dem Chor in „Abendglocken“ mitzuhelfen, Julia Wladimirowna stand aber dem jungen Talent im Weg, sie bat die Mutter, die Kirche zu verlassen und nächstes Mal zum Konzert zu kommen. Die Frau erwies sich als eine gute und verständnisvolle russische Mutter und sie war gezwungen, nachzugeben.

Das Publikum verhielt sich dazu tolerant, leider amüsierten sich die Knaben sehr, dafür wurden sie nach dem Konzert einer ernsthaften Obstruktion unterzogen.

Deutsche Version: Übersetzungsbüro «Flarus»